Gott segne die Pfarrei Illschwang mit den Filialen Götzendorf, Frankenhof und Stifterslohe

Die Pfarrkirche in Illschwang (Diözese Eichstätt) ist eine Simultankirche, dem Hl. Vitus geweiht



Simultankirche bedeutet: die Kirche wird von Katholiken und Protestanten gemeinsam genützt.   

Wir haben in der Pfarrei Illschwang noch zwei weitere Simultankirchen:

  • die Filialkirche in Frankenhof mit dem Patrozinium der hl. Margareta
  • die Filialkirche in Götzendorf mit dem Patrozinium der hl. Magdalena.

Mit den Stiftungsbriefen der Benediktinerklöster Kastl (1103) und Reichenbach (1118) traten zugleich auch Ort und Pfarrei Illschwang ins Licht der Geschichte. Doch bevor Illschwang im Jahre 1120 eine Propstei des Klosters Reichenbach wurde und dies von Papst Innozenz II. 1139 auch bestätigt wurde, bestand in diesem Ort schon eine markgräfliche Pfarrei, die zu den ältesten Pfarreien des Sulzbacher Landes gehörte. Die Propstei Illschwang bestand bis zur Säkularisation (1803) des Klosters Reichenbach.  

Reformation und Gegenreformation wechselten sich ab. Die heftigen Auseinandersetzungen wurden durch den Kompromiß einer "simultanen" Lösung eingedämmt, aber nicht endgültig befriedet. Simultaneum ist die Bezeichnung für die gemeinsame Benutzung von Kirchen, Friedhöfen oder Kultgegenständen (Glocke, Kanzel, Orgel, Altar) durch verschiedene Konfessionen. Es gab immer wieder Bemühungen den konfessionellen Frieden herzustellen. Einen Fortschritt in den beiderseitigen Beziehungen der Simultanpfarreien in Illschwang brachte die 1957 eingeführte simultane Kirchenverwaltung. Sie ist eine Art "runder Tisch", an dem einvernehmlich und konziliant alle Fragen des Besitzrechtes, der Baulasten bis hin zur Regelung von Gottesdienstzeiten usw. verhandelt und entschieden werden können. Auf der Basis dieses vernünftigen Miteinanders ließ sich seit dem das tiefsitzende gegenseitige Mißtrauen abbauen und die Chance einer gemeinsamen Zusammenarbeit in ökumenischer Gesinnung nutzen. Als katholischer Pfarrer kann ich sagen: es gibt keine Probleme. Der Vorteil betreffs der Kosten, die gemeinsam getragen werden,  liegt auf der Hand ist mehr als vernünftig.

Baugeschichte der Kirche St. Vitus
Auf den Bau der mittelalterlichen Kirche St. Vitus hatte das Kloster Kastl bestimmenden Einfluß. Für diese These spricht der Stil des Turmes, der dem von Kastl sehr ähnlich ist. Die ursprüngliche Kirche St. Vitus hatte das Erscheinungsbild einer Wehrkirche. Der Turm, der eindrucksvoll auf einer Anhöhe über dem Dorf steht und von allen Himmelsrichtungen als Wahrzeichen des Ortes angesehen wird, ist der Rest einer romanischen Kirche wohl aus dem 12. Jahrhundert. Mehrmals ist diese Kirche ausgebrannt oder schwer beschädigt worden. Die Chronik aus dem Jahre 1567 berichtet: "Die Kirche ist einem großen Brand zum Opfer gefallen und wurde vom Propst wieder aufgebaut". 1572 kann man in der Chronik lesen: "das Dorf verbrennt im Grund am 5. Juni in einer Stund". Im Jahr 1627, es herrscht Dreißigjähriger Krieg, sind in die Kirche durchziehende Truppen eingedrungen und haben sie beschädigt.
50 Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, also um das Jahr 1700 muß der bauliche Zustand der Kirche so desolat gewesen sein, dass sich der Abt von Reichenbach zu einem umfassenden Umbau entschloß. Aus Kostengründen blieb der romanische Turm und wurde nicht in einen barocken Zwiebelturm umgewandelt. Das Langhaus der Kirche wurde erweitert.
Der spätbarocke Hochaltar wurde im Jahre 1800 noch vom letzten Abt von Reichenbach nach Illschwang gebracht und an Stelle des Vitusaltares aufgestellt. Die Darstellung des Martyriums des hl. Vitus, des Patrons der Kirche, war ursprünglich das Motiv des Hochaltarbildes bis es vom heutigen Kreuzigungsbild abgelöst wurde. Der linke Seitenaltar war ehemals der hl. Dreifaltigkeit geweiht und ist heute in Gößweinstein. An Stelle des Dreifaltigkeitsaltares trat 1803 der Altar mit dem "Englischen Gruß", der Darstellung: "Verkündigung des Herrn". Zu Beginn des 19. Jahrhunderts (1802 - 1804) erhielt also die Kirche jene barocke Innenausstattung, die bis heute dem Kirchenraum das Gepräge gibt.
Die meisten Einrichtungsgegenstände (Kelch, Monstranz) stammen aus verschiedenen Kirchen. Die Kirchenbänke mit den feinen geschnitzten Laub- und Bandmotiven der Stuhlwangen sind im Stil des Frührokoko. 1878 hat man die alte und schadhaft gewordene Orgel durch eine neue ersetzt.
Deckengemälde: Pfingsten, paradiesische Schöpfung Gottes, der Auferstandene am Ostermorgen. Glasfenster: St. Willibald, St. Walburga.

 

Unsere Pfarrkirche liegt im übrigen am Simultankirchen-Radweg, der auf circa 400 Kilometern durch herrliche Landschaften der Landkreise Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und der Stadt Weiden verläuft. 
Er verbindet 50 Kirchen und historische Orte, die zum Teil bis heute simultan, also von evangelischen und katholischen Christen gemeinsam, genutzt werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auf simultankirchenradweg.de oder im Flyer St. Veit / Illschwang